Jörg Dittrich bleibt Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Die ZDH-Vollversammlung hat den Dachdeckermeister beim Deutschen Handwerkstag 2025 in Frankfurt am Main einstimmig für eine zweite Amtszeit bis Ende 2028 im Amt bestätigt.

„Die Wiederwahl ist für mich Bestätigung und Auftrag zugleich“, sagte Dittrich nach der Wahl. Sein Ziel sei es, „die Einheit des Handwerks zu sichern“, um bei der Politik Gehör zu finden und „für mehr unternehmerische Freiheit, weniger Bürokratie und mittelstandsfaire Rahmenbedingungen zu kämpfen“. Dittrich erhielt 100 Prozent der Stimmen. Er sprach von einem Ergebnis, „das mich sehr berührt und demütig macht“. Das Handwerk trete geeint nach außen auf.
Angesichts der schwachen Wirtschaftslage will er sich für bessere Bedingungen für Betriebe und Beschäftigte einsetzen. Die Stimmung in den Betrieben sei „furchtbar schlecht“. Die Wirtschaft müsse wieder wachsen, sagte Dittrich. Als konkrete Punkte nannte er eine zukunftsfeste Finanzierung der Sozialversicherungen, steuerliche Entlastungen sowie verlässliche Energiepreise. Es gehe darum, für die Betriebe ein Umfeld zu schaffen, in dem sie die Entwicklungen bei Demografie, Digitalisierung und Dekarbonisierung bewältigen können. Dittrich betonte zudem die gesellschaftliche Bedeutung des Wirtschaftszweigs: „Das Handwerk ist ein stabilisierender Faktor und Kitt unserer Gesellschaft und Demokratie.“ Das Ehrenamt sei dabei „das Herz des Handwerks“. Er kündigte an, dass er die Organisation in die Zukunft führen wolle und sich auch die Verbandsarbeit ändern müsse.
An die Betriebe appellierte der ZDH-Präsident, optimistisch zu bleiben. „Wir müssen und können eine positive Zukunft bauen.“ Das Handwerk müsse sich nicht verstecken und verschämt am Straßenrand stehen. Und er ergänzte unmittelbar nach seiner Wiederwahl: „Ich hab tierisch Bock, mit allen an die Themen ranzugehen.“
Der 56-jährige Jörg Dittrich ist Dachdeckermeister, Diplom-Hochbauingenieur und stammt aus Dresden. Er führt den 1905 von seinem Urgroßvater gegründeten Familienbetrieb in vierter Generation. Laut ZDH beschäftigt seine Firmengruppe mit Hauptsitz in Dresden mehr als 100 Mitarbeiter in den Gewerken Dachdeckerei, Zimmerei und Trockenbau. Weitere Betriebe sind in der Komplettsanierung sowie bei Dach- und Fassadenbegrünung und Photovoltaik tätig. Dittrich ist verheiratet und hat sechs Kinder.
Seit fast 15 Jahren engagiert er sich in der Handwerkspolitik. 2012 wurde er zum Präsidenten der Handwerkskammer Dresden gewählt, seit 2015 gehört er dem ZDH-Präsidium an. Der Deutsche Handwerkstag wird am 5. Dezember 2025 mit weiteren Wahlen fortgeführt.