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29. September 2020

Handwerk macht Handwerker stolz.

Studie des ifh Göttingen „Zum beruflichen Selbstbild und zur Arbeits- und Lebenszufriedenheit im Handwerk in Deutschland“ erschienen.

Das Handwerk Kampagnenfoto Imagekampagne


Die Studienergebnisse in Kürze:

  • Die Studie untersucht das berufliche Selbstbild sowie die Arbeits- und Lebenszufriedenheit im deutschen Handwerk anhand einer deutschlandweiten Umfrage mit ca. 2.000 Teilnehmern.
  • 79 % der Befragten geben an, dass ihr Beruf als Handwerker ein bedeutender Teil der eigenen Persönlichkeit ist; 84 % der Befragten geben an, dass sie stolz auf ihre eigene Arbeit sind. 66 % der Befragten geben an, dass der Beruf ihre Leidenschaft ist; 65 % der Befragten stimmen zu, dass ihr Beruf eine Berufung ist.
  • Insgesamt weisen die Befragten ein sehr stark ausgeprägtes berufliches Selbstbild auf.
  • Am höchsten ausgeprägt ist die Zufriedenheit bei jenen Handwerkern, die sich hauptsächlich auf ihre handwerkliche Tätigkeit konzentrieren können und eine hohe berufliche Identifikation aufweisen.
  • Handwerker, die ein Unternehmen leiten, sind besonders zufrieden mit ihrer Arbeit.
  • Die Arbeitszufriedenheit ist höher, je positiver das berufliche Selbstbild insgesamt ausfällt.
  • Weitere Analysedimensionen sind das Lebensalter, die Ausbildung, diverse Einzelaspekte der Tätigkeit wie Bezahlung, Arbeitszeiten, Arbeitsklima, Arbeitsplatzsicherheit, Position in der Hierarchie, Autonomie bei der Arbeit sowie gesellschaftliche und familiäre Anerkennung.
  • Die hohe Arbeitszufriedenheit in der Umfrage kann zum Teil mit der Ganzheitlichkeit der Arbeit, dem Fokus auf manuelle Tätigkeit, der Wahrnehmung der Sinnhaftigkeit der Tätigkeit sowie einer hohen wahrgenommenen Autonomie erklärt werden.

Zusammenfassung: Die Arbeit im Handwerk unterscheidet sich von vielen anderen Berufen durch Arbeitsmerkmale, die stark prägend für das berufliche Selbstbild sind und außerdem positiv das Wohlbefinden der Arbeitnehmer beeinflussen können. Dazu zählt, dass Handwerker die Ergebnisse ihrer Arbeit sehen können, und sie die Möglichkeit haben, das gesamte Werkstück (und nicht nur einen kleinen Teil davon) eigenständig herzustellen. Dadurch nehmen sie ihre Arbeit als nützlich und sinnstiftend wahr. Angesichts von Untersuchungen, die zeigen, dass Arbeit in manchen Berufszweigen zunehmend als sinnlos empfunden wird, ist es von großer Bedeutung zu verstehen, welche Facetten der Arbeit die Schaffung einer starken beruflichen Identität ermöglichen, die dazu führt, dass Arbeit als sinnvoll und befriedigend erlebt wird. Die Studie hat dieses Forschungsziel und nutzt dafür eine deutschlandweite Umfrage im Handwerkssektor mit rund 2000 Teilnehmern. Der Fokus der Datenerhebung lag dabei darauf, einen Einblick in das berufliche Selbstbild und die Arbeitszufriedenheit der im deutschen Handwerk Beschäftigten zu erhalten. Diese zeichnen sich in der Befragung durch ein stark ausgeprägtes berufliches Selbstbild aus und identifizieren sich stark mit ihrer handwerklichen Tätigkeit. Dabei weisen Beschäftigte im Handwerk eine hohe Arbeitszufriedenheit auf. Die Arbeitszufriedenheit kann in Teilen mit der Ganzheitlichkeit der Arbeit, dem Fokus auf manuelle Tätigkeit, der Wahrnehmung der Sinnhaftigkeit der Tätigkeit sowie einer hohen wahrgenommenen Autonomie in Zusammenhang gebracht werden.

Weiterführende Informationen:
Kontaktinformationen der Autoren können auf der Projekthomepage eingesehen werden: Informationen zur Studie.
Der Volltext der Studie wird ebenfalls auf der Projekthomepage bereit gestellt: Download der Studie.