Schrauben, programmieren, malen, stylen, drucken, schmieden und sägen: Das Sommerferienprogramm der Handwerkskammer Rheinhessen zeigte auch 2026 die Vielfalt des Handwerks. Zum elften Mal öffneten die Berufsbildungszentren in Mainz während der Sommerferien ihre Werkstätten für Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren. Ohne Vorkenntnisse konnten sie dort eigene Ideen umsetzen und am Ende ein selbst gefertigtes Werkstück mit nach Hause nehmen.
Sechs Angebote standen zur Wahl. Im Robotik-Workshop bauten die Teilnehmenden ihre eigene Maschine, programmierten Sensoren und Motoren und schickten den Roboter zum Abschluss durch einen Hindernisparcours. Im Malerhandwerk wurde aus einem Lieblingsmotiv ein Porträt auf Leinwand. Der Styling-Workshop widmete sich unter dem Motto „Hawaii-Feeling“ verschiedenen Haar- und Beautytechniken. Beim Siebdruck entstanden individuelle Motive auf T-Shirts, Hoodies und Stoffbeuteln, während in der Metallwerkstatt eigene Schmuckstücke gefertigt wurden.
Einen Eindruck von der Begeisterung der Jugendlichen verschaffte sich auch der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Michael Ebling. Gemeinsam mit Kammerpräsident Hans-Jörg Friese besuchte er den Robotik-Workshop im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer. Dort erlebten die Gäste, wie die Jugendlichen ihre selbst gebauten Roboter programmierten und auf die abschließende Herausforderung vorbereiteten.
Besonders groß war die Nachfrage nach dem Longboard-Workshop, der deshalb in zwei aufeinanderfolgenden Wochen angeboten wurde. Aus Holz bauten die Jugendlichen unter fachlicher Anleitung ein fahrbereites Board und gaben ihm ein eigenes Design. Wie alle Angebote war auch dieser Workshop ausgebucht. Die vollständige Belegung der Kurse zeigt, wie groß das Interesse am praktischen Arbeiten ist.
Das bestätigen die Rückmeldungen der Jugendlichen. In den ausgewerteten Feedbackbögen zum Goldschmieden, Porträtmalen und Siebdruck überwog klar die beste Bewertung; fast alle würden ihren Kurs weiterempfehlen. Auf die Frage nach Verbesserungsmöglichkeiten antworteten viele schlicht mit „Nein“. Eine Rückmeldung brachte die Begeisterung mit den Worten „Ich finde es super!“ auf den Punkt.
Die fünftägigen Vor- oder Nachmittagskurse wurden von ausgebildeten Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeistern sowie Fachpersonal betreut. Gefördert wurde das Programm vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima. Neben Spaß und Kreativität verfolgt das Angebot ein klares Ziel: Jugendliche lernen verschiedene Berufsfelder kennen und erleben, was sie mit den eigenen Händen schaffen können. Damit leistet das Ferienprogramm einen Beitrag zur Berufsorientierung und zur Fachkräftesicherung im Handwerk.