Mit einer feierlichen Veranstaltung im Haus des Handwerks in Mainz ehrte die Handwerkskammer Rheinhessen am 21. Oktober 2026 ihre Goldmeisterinnen und Goldmeister. 45 Jubilare aus 18 verschiedenen Handwerken erhielten ihren Goldenen Meisterbrief. Im Mittelpunkt standen ihre berufliche Lebensleistung und die bleibende Bedeutung des Meistertitels.

„Ein Meisterbrief lässt sich in einen Rahmen fassen. Was ein Mensch im Laufe seines Berufslebens daraus macht, passt in keinen Rahmen“, sagte Kammerpräsident Hans-Jörg Friese. Er würdigte den Beitrag der Geehrten zur Entwicklung des rheinhessischen Handwerks – ob im eigenen Betrieb, als Beschäftigte in verantwortlicher Position oder durch ihren Einsatz für den Nachwuchs.
Im Jahr 1976 legten insgesamt 204 Handwerkerinnen und Handwerker in Rheinhessen ihre Meisterprüfung ab. Für die diesjährigen Goldmeisterinnen und Goldmeister war dieser Abschluss eine Grundlage, auf der sie über Jahrzehnte aufbauen konnten. Mit ihrem Können und ihrer Erfahrung haben sie Betriebe mitgestaltet, Veränderungen bewältigt und ihr Wissen weitergegeben.
Zu den Geehrten gehörte auch Konditormeister Hans-Joachim Nolda, der im Interview auf seinen beruflichen Weg zurückblickte. Als ehemaliger stellvertretender Obermeister der Konditoren-Innung Rheinland-Pfalz und durch sein langjähriges Engagement im Gesellenprüfungsausschuss der Handwerkskammer Rheinhessen hat er Verantwortung für das Handwerk und dessen Nachwuchs übernommen. Diesen Einsatz würdigte Friese besonders.
In seiner Ansprache erinnerte der Kammerpräsident auch an das Jahr 1976: Apple wurde gegründet, die Helmut Schmidt blieb Kanzler und Rosi Mittermaier gewann bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck zweimal Gold. Der Rückblick schlug zugleich einen Bogen zu Fragen, die das Handwerk bis heute begleiten: Wie gehen wir mit Unsicherheit um? Wie nutzen wir neue Technik? Und wie eröffnen wir der nächsten Generation Perspektiven?
Ob neue Maschinen, Digitalisierung oder künstliche Intelligenz – entscheidend bleibe, was Menschen daraus machten. „Fortschritt braucht Fachwissen, Urteilsvermögen und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen“, betonte Friese. Das Berufsleben der Jubilare zeige, wie wichtig es sei, dazuzulernen, Entscheidungen zu treffen und dabei Bewährtes zu erhalten.
Ein besonderer Dank galt allen, die junge Menschen ausgebildet und begleitet haben. Wer einem Lehrling etwas zutraue, geduldig erkläre und auch nach einem Fehler Unterstützung gebe, vermittle weit mehr als berufliche Fertigkeiten: Er stärke Selbstvertrauen und eröffne Zukunft. Ebenso dankte Friese den Familien und Wegbegleitern, die über viele Jahre mitgeholfen und den Rücken freigehalten haben.
Der Meisterbrief verbinde fachliche Qualität mit dem Anspruch, Verantwortung zu übernehmen und Wissen weiterzugeben. Darin liege sein bleibender Wert – und eine wichtige Botschaft an kommende Generationen. Zum Abschluss gratulierte Friese den Jubilaren mit den Worten: „Vor fünfzig Jahren haben Sie Ihren Meisterbrief erworben. Heute sagen wir Danke für das, was Sie daraus gemacht haben.“
© Alle Fotos: Kristina Schäfer






















































